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Jeder Tierhalter kennt das. Das Haustier frisst mal wieder nicht. Häufig mag der Hund oder die Katze das Futter nicht. Wenn das so ist, ist das Problem durch einen Futterwechsel schnell gelöst. Allerdings können auch Erkrankungen zur Inappetenz führen. Während ein Hund mal einen Fastentag einlegen kann, ist es für eine Katze überlebenswichtig, täglich die benötigten Kalorien aufzunehmen.

Warum ist das so? Die Katze ist ein absoluter „Proteinverschwender“. Rund 80% ihres Stoffwechselbedarfs zieht die Katze aus Proteinen- also Eiweiße. 20 % sind Fette, die zur Energiegewinnung dienen und zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine sowie essentielle Fettsäuren. Fette sind zur Energiegewinnung wichtig. Kohlenhydrate kommen bei der Katzenernährung nur rudimentär vor. Da zum Stoffwechsel aber auch Kohlenhydrate gehören, muss die Katze diese selbst herstellen. Dies gelingt ihr mit ausreichend Rohstoffen und verschiedenen Enzymen. Diese Enzyme sind ständig aktiv. Fette werden ebenfalls in der Leber umgebaut. In dem Moment, in dem die Katze die Nahrungsaufnahme einstellt, z.B. durch Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Gastritis oder Zahnfleischentzündungen, hat die Katze ein Problem. Denn der interne Stoffwechsel läuft weiter. Damit werden Fette und Eiweiße aus dem umliegenden Gewebe zur Leber zum Umbau transportiert. Die Leber schafft aber nur eine gewisse Menge zu verarbeiten. Wird die Leber also mit zu vielen Fetten überschwemmt, kann die Leber die Weiterverarbeitung nicht schaffen und es kommt zum Leberversagen.

Damit kann aus einer harmlosen Erkrankung, z.B. Übelkeit wegen einer Magenverstimmung eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Alle Erkrankungen, die mit einer verminderten oder eventuell gar keiner Nahrungsaufnahme einhergehen sind für die Katze potentiell gefährlich. Dabei gilt: Je dicker die Katze desto kritischer die Situation. Denn dicke Katzen verfügen über mehr körpereigenes Fett, welches in Krisensituationen mobilisiert wird und zum Leberversagen führen kann.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eher früher als später mit einer Zwangsernährung zu beginnen. Dies kann mit der Hand-päppeln erfolgen und im schlimmeren Fall per Nasensonde erfolgen. Wenn der Katze ausreichend Energie zugeführt wird, besteht kein Grund eigenes Fett zu mobilisieren. Deshalb dürfen kranke Katzen im Krankheitsfall auch Leckerlis oder Schlagsahne pur essen, selbst wenn das Futter nicht in den üblichen Futterplan passt. Ist die Katze wieder genesen, kann man wieder mit dem normalen Futterplan anfangen.

Dieser Bericht skizziert die Ernährungsproblematik sehr vereinfacht. Aber es ist wichtig, dass der Tierhalter nun weiß, dass die Katze täglich Futter aufnehmen muss! Deshalb sehen Sie Ungenauigkeiten des Berichts nach.

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Normalerweise wird hier über Krankheitsbilder berichtet, aufgrund des ungewöhnlichen Verlaufs soll hier ein besonderer Patient im Vordergrund stehen. Carlos * (Name geändert) wurde ohne Termin als Notfall vorgestellt. Er ist zusammengebrochen, wenn er aufsteht, schwankt er nach links und legt sich sofort wieder hin. Diese Symptome sind plötzlich aufgetreten. Bei der Untersuchung war er gut ansprechbar, hatte jedoch blasse- kalte Schleimhäute. Die restliche Untersuchung zeigte keine besonderen Befunde. Eine Blutuntersuchung ergab eine leichte Anämie (zu wenig rote Blutkörperchen). Es wurde ein Venenzugang gelegt und eine recht hohe Menge an Infusionslösung verabreicht. Darunter besserte sich sein Allgemeinbefinden. Da immer noch nicht die Ursache für den Zusammenbruch gefunden wurde, wurde der Hund am nächsten Tag zum Herzultraschall einbestellt.

Am nächsten Tag ging es Carlos deutlich schlechter. Die Ultraschalluntersuchung zeigte, dass das Herz vollkommen normal arbeitete. Allerdings war ein Volumenmangel zu sehen und freie Flüssigkeit im Bauchraum. Daraufhin haben wir uns den Bauch nochmal angesehen, der deutlich voller als am Tag davor wirkte. Im Ultraschall war eine Masse zu sehen, die wahrscheinlich der Milz zu zuordnen war. Nun folgten sehr ausführliche Gespräche mit den Besitzern. Bei einem alten Hund mit Blutungen im Bauchraum ist der Verdacht eines Milztumors gegeben. Diese sind in der Regel stark bösartig und können mal platzen und so zu starken Blutungen führen. Selbst wenn man den Patienten durch eine Operation stabilisieren kann, liegt doch die Überlebenszeit mit so einem Tumor bei wenigen Wochen. Dies muss für das weitere Vorgehen berücksichtigt werden. Ebenso, dass es sich um einen wirklichen Hunderentner von 14 Jahren handelt. Ohne Operation würde Carlos sterben. Allerdings wäre es fraglich, ob Carlos die OP generell überstehen würde, denn er befindet sich nun in einem wirklich schlechten Zustand.

Auch wenn das Thema nicht sehr beliebt ist, muss auch der finanzielle Aspekt berücksichtigt werden. Denn auch wenn Carlos in der Operation versterben sollte, sind ja Kosten für Material und Leistungen angefallen, die auch bezahlt werden müssen.

Viel Zeit für ausführliche Diskussionen blieb uns nicht, obwohl die Besitzer sehr deutlich über alle Risiken aufgeklärt wurden. Sie entschieden sich für eine Operation, denn nur so konnten wir der Ursache auf den Grund gehen. Carlos bekam seine Narkose und wurde zügig für die Operation vorbereitet. Im Bauchraum fanden wir sehr viel Blut. Im vorderen Bauchraum war eine Masse, die sehr porös war und aus der es blutete. Diese Masse hing an der Milz. Leber, Bauchfell und Bauchfett sahen unauffällig aus. Nun wurde die Milz mit der daran hängenden Masse entfernt. Da der Hund schon viel Blut verloren hatte und auch nun der „Blutspeicher“ Milz entfernt wurde, bekam er eine Dauerinfusion.

Die Milz wurde verpackt und zur Pathologie gesendet. Nur der Pathologe kann unter dem Mikroskop unterscheiden, ob es sich um einen bösartigen Milztumor mit schlechter Prognose oder um ein Milzhämatom mit sehr guter Prognose handelt.

Nach der geglückten Operation waren die Schleimhäute weiß. Bei gesunden Hunden sollten diese blassrosa sein. Nun wurde eine erneute Kontrolle der Blutwerte vorgenommen. Die Werte der roten Blutkörperchen waren lebensbedrohlich abgesunken. Was nun? Meine Mitarbeiterin bot sich an, ihren Hund zu holen, um eine Bluttransfusion durchzuführen. Wir haben keine Möglichkeiten Blutgruppen vor Ort beim Hund zu bestimmen und die Zeit abzuwarten, bis Ergebnisse aus dem externen Labor da sind, hatten wir auch nicht. Weiterhin fehlte es an Transfusionsmaterial. Normalerweise kommt das Spenderblut in einen Beutel, in dem gerinnungshemmende Substanzen sind. Schließlich darf das Blut nicht verklumpen. Allerdings gibt es einen Trick. Der Körper bildet nach Fremdkontakt Antikörper, die dann weitere Fremdkontakte blockieren. Das heißt, dass die erste Bluttransfusion unabhängig von der Blutgruppe stattfinden kann. Also fragten wir beim Besitzer nach, ob es bekannt ist, ob Carlos schon einmal eine Bluttransfusion erhalten habe. Da er dies verneinte, haben wir dem Mitarbeiterhund einen Venenzugang gelegt und Blut in Untersuchungsröhrchen tropfen lassen. Diese hatten den gleichen gerinnungshemmenden Stoff dabei wie die Beutel. Da diese aber nur 2 ml fassten, mussten wir einige Röhrchen füllen.

120 Röhrchen, Futter und Pausen für den Spenderhund später, konnten wir das Blut wieder in die Infusionsflasche füllen und Carlos wieder verabreichen. Er zeigte prompt eine allergische Reaktion, die wir aber beherrschen konnten.

Am nächsten Tag wurde er zur Kontrolle vorgestellt und die roten Blutkörperchen waren gestiegen. Natürlich waren sie immer noch niedrig, aber eben nicht mehr lebensbedrohlich niedrig. Carlos ging es besser und er fing auch schon wieder an zu fressen.

Nach 10 Tagen kam ein fitter Carlos in die Praxis gelaufen. Die roten Blutkörperchen waren fast normal und es geht ihm blendend. Das Beste aber war die Diagnose des Pathologen. Es handelt sich um ein Milzhämatom. Das kann man sich als Bluterguss der Milz vorstellen. Ursache dafür können Unfälle oder andere Traumen sein. Manchmal kann man auch keine Ursache dafür finden. Auf jeden Fall ist die Prognose sehr gut und hat keinen Einfluss auf die restliche Lebenserwartung.

Unser Team war mit dem Hund mehrere Stunden non-stopp beschäftig und sind ungewöhnliche Wege gegangen. Das ging aber nur, weil wir sehr besorgte Besitzer hatten, die uns dabei begleitet haben, obwohl sie um alle Risiken wussten. Ich möchte mich bei meinem Superteam bedanken. Es stand immer Carlos im Fokus und es wurde nicht einmal nach der Uhr geschaut, ob Pause oder Feierabend ist. Es ist auch nicht selbstverständlich seinen Hund als Spenderhund zur Verfügung zu stellen. Weiterhin möchte ich mich ebenfalls für das Vertrauen der Besitzer bedanken. Es wurden alle Risiken angesprochen und es gab einige Punkte, die durchaus auch schlecht ausgehen hätte können. Trotzdem gab es kein Hadern oder Zögern sondern nur uneingeschränktes Vertrauen. Vielen Dank dafür!

Dass alte Katzen häufig an Nieren- und Schilddrüsenproblemen leiden, ist mittlerweile vielen Tierbesitzern bekannt. Aus diesem Grund wird eine regelmäßige Blutuntersuchung zur Früherkennung ab dem 7. Lebensjahr angeboten. Diese Untersuchung führen wir direkt vor Ort durch und ca. 30 min später besprechen wir die Befunde und können im Anschluss direkt eine Therapie empfehlen. Ein häufig unterschätztes Problem ist der Blutdruck. Vom Menschen kennen wir die Problematik, dass ältere und übergewichtige Personen oft mit Bluthochdruck zu kämpfen haben. Bei plötzlich erblindeten Katzen liegt die Blutdruckmessung nahe. Ein hoher Blutdruck kann nämlich zur Netzhautablösung und damit zur Erblindung führen. Ist es erstmal soweit, kann man zwar den Blutdruck noch behandeln, aber oft ist das Augenlicht verloren. Wenn man dagegen regelmäßig misst, kann frühzeitig mit einer Therapie begonnen werden.

Weiterhin ist die Blutdruckmessung schwierig zu interpretieren. Wenn ein Patient die Praxis betritt, ist er natürlich aufgeregt. Damit wird er einen höheren Blutdruck haben, als er sonst in Ruhe zu Hause hätte. Misst man aber regelmäßig zum Beispiel einmal im Jahr beim Impfen, erhält man einen Überblick, wie hoch der Blutdruck normal in der Praxis ist. Wenn es dann zu einer Blutdruckerkrankung kommt, wird es einen „Ausreißer“ bei der Messung kommen. Im Idealfall identifizieren wir das Problem, noch ehe Symptome auftreten.

Wir freuen uns, Ihnen seit diesem Jahr die Blutdruckmessung anbieten zu können. Natürlich können wir auch bei Hunden den Blutdruck messen. Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns an!

Eine Thrombose ist eine bekannte Erkrankung beim Menschen. Das diese Erkrankung häufig bei der Katze zu finden ist, ist bei vielen Haltern eher unbekannt. Gekennzeichnet ist die Erkrankung von einer plötzlichen Lähmung eines oder beider Hinterbeine. Die Lähmung kann teilweise oder vollständig sein. Typisch ist das plötzliche Auftreten, so dass viele von einem Unfall ausgehen. Bei einem Freigänger ist das natürlich auch nie auszuschließen. Aber auch bei Wohnungsbewohnern kann ein Sturz vom Regal nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund müssen solche Katzen gründlich klinisch untersucht werden. Manchmal hilft auch eine Röntgenuntersuchung um Frakturen (Brüche) auszuschließen. Ein typischer Hinweis auf eine Thrombose sind die kalten Gliedmaßen. Wenn keine Durchblutung erfolgt, kann die Temperatur nicht gehalten werden. Im Vergleich fallen dann die kälteren Hintergliedmaßen auf.

Ursache für diese Erkrankung sind oft Herzerkrankungen. Anders als beim Hund vergrößert sich das Herz bei Erkrankungen nicht immer, so dass eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs nicht immer hilft. Oft ist ein Vorhof vergrößert, so dass es zu Verwirbelungen des Blutes kommt. Es bilden sich kleine Thromben, die dann abgeschwemmt werden. In Endstromgebieten bleiben diese Thromben hängen und verstopfen die entsprechenden Gefäße. Aufgrund der Anatomie der Bauchaorta, bleiben diese Gefäßgerinnsel häufig in der Aufzweigung für die Gliedmaßen hängen. Damit wird die Durchblutung unterbrochen und es führt zu akuten Schmerzen. Weiterhin können auch Thromben in der Lunge hängenbleiben. Dies führt zu akuter Atemnot.

Prognostisch hängt es davon ab, ob es ein vollständiger oder teilweiser Verschluss ist. Ist das Herz mit betroffen, ist die Prognose schlecht. Meistens müssen solche Patienten leider eingeschläfert werden- auch zum Wohle des Tieres.

Haben Sie Fragen dazu? Melden Sie sich gerne in der Praxis.

August 2023

Katzenschnupfen ist eine gefürchtete Erkrankung. Häufiges Niesen, eitriger Augen- und Nasenausfluss sind kennzeichnend. Bei erwachsenen Katzen kann diese Krankheit übel ausgehen, aber bei kleinen Katzen, Katzenwelpen oder Saugwelpen kann es katastrophal sein. Ursache sind verschiedene Viren (u.a. Herpes- oder Caliciviren) und Bakterien.

Eine gefürchtete Komplikation ist die Hornhautentzündung (Keratitis). Es können Geschwüre auf der Hornhaut auftreten. Diese können starke Narben auf der Hornhaut zurücklassen oder aber auch zum Durchbruch und damit zum Verlust des Auges führen.

Allerdings können auch schwerwiegende Infektionen mit der richtigen Behandlung positiv ausgehen.

Die Bilder weiter unten zeigen ein Beispiel eines Heilungsverlaufs. Die Behandlung ist noch nicht abgeschlossen. Vermutlich wird eine Narbe auf der Hornhaut bleiben. Auch wenn die Sehfähigkeit eingeschränkt sein wird, konnten doch beide Augen schmerzlos erhalten bleiben.

Haben Sie Fragen? Dann sprechen Sie uns bitte an!

Gerade in der Brut- und Setzzeit (vom 01. März bis 15. Juni jedes Jahres) sind viele Jungtiere zu sehen und zu finden. Dabei braucht nicht jedes gesehene Jungtier Hilfe. Deshalb ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Arten auszukennen. Es ist ganz normal, dass man mal ein Rehkitz ohne Mutter findet. Diese ist nämlich unterwegs und auf Futtersuche. Trotzdem kommt sie regelmäßig zum Jungtier, um es zu säugen. Fasst man das Kitz gleich an, kann das ziemliche Probleme nach sich ziehen.

Auch Spatzen, die bei den ersten Flugversuchen von den Eltern getrennt werden, sind nicht unbedingt hilfsbedürftig. Wenn Eltern und Jungtiere ungestört sind, rufen sie nacheinander und suchen sich. Da ist es besser die Situation erst einmal zu beobachten, als gleich einzugreifen,

Die Aufzucht von Wildtieren ist immer schwierig und mit Risiken behaftet. Man kann eben nicht so einfach die Eltern ersetzen. Aus diesem Grund muss wirklich erst die Situation beobachtet und abgewogen werden, ob ein Eingreifen wirklich erforderlich ist. Als nächstes Hindernis sind die gesetzlichen Grundlagen zu beachten. Jagdbares Wild untersteht dem Jäger. Nimmt man einfach ein Rehkitz mit, handelt es sich um Wilddiebstahl. Allerdings sind die meisten Jäger kooperativ und freuen sich, wenn sie Hilfe von anderen Personen bekommen.

Weiterhin sind Wildtiere keine Haustiere. Es ist erboten, diese einfach „zu behalten“. Natürlich darf man im Notfall helfen. Ein verletztes Tier darf natürlich zum Tierarzt gebracht werden. Aber auch hier gilt, dass der Auftraggeber verpflichtet ist, die anstehenden Kosten zu begleichen. Verzichtet ein Tierarzt auf eine Berechnung der Kosten, ist das eine sehr nette Geste, aber keinesfalls verpflichtend. Bitte sprechen Sie vorab darüber. Allerdings hat man die Pflicht, ein Wildtier (auch einen Igel) wieder in die Natur zu entlassen.

Aber bevor man sich leichtfertig bereit erklärt ein Jungtier aufzuziehen, muss man sich über die Bedürfnisse des Tieres informieren. Die Aufzucht ist zeit- und kostenintensiv. Wenn man nicht bereit ist, sein privates Geld in eine Aufzucht zu investieren oder bei Notwendigkeit nachts aufzustehen, sollte man die Aufzucht abgeben.

Bei den meisten Tieren sind online Aufzuchtshilfen beschrieben oder aber Adressen vermerkt, an die man sich wenden kann. Natürlich kann man beim Tierarzt, Wildtieraufzuchtstationen oder auch bei Zoos um Hilfe bitten.

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Schmerzen sind in der Tiermedizin ein wichtiges und omnipräsentes Thema. Bei fast allen älteren Hunden und Katzen sind Gelenksbeschwerden oder Rückenschmerzen bekannt. Für den Besitzer wird das Thema sichtbar, wenn sich das Haustier nicht mehr so bewegen mag, wenn Treppen oder Hindernisse wie zum Beispiel ins Auto springen ein Problem werden. Manchmal wird die übliche Gassi-Runde nicht mehr geschafft, andere Hunde haben Probleme aufzustehen. Aber auch Katzen haben Probleme, wenn sie nicht mehr erhöht liegen können und nur noch die unteren Etagen des Kratzbaums aufsuchen.

Wenn das Problem erkannt wurde, kann und muss man etwas dagegen tun. Schmerzen senken erheblich die Lebensqualität jedes Lebewesens. Nun ist es aber häufig so, dass die Arthrosepatienten älter sind und damit auch an anderen Krankheiten leiden. Oft gibt es einen empfindlichen Magen, Nierenbeschwerden (gerade die ältere Katze) oder eine nicht ausreichend arbeitende Leber. Liegt so eine Erkrankung vor, haben wir eine Kontraindikation (Gegenanzeige) für ein normales Schmerzmittel, das als Tablette gegeben wird.

Seit 2021 gibt es Medikamente für Hund und Katze, die als Injektion alle 4 Wochen verabreicht werden. Das Präparat ist ein Antikörper, der -vereinfacht gesagt- am Schmerzrezeptor bindet. Damit wird die Schmerzweiterleitung unterbrochen. Das Medikament heilt also nicht, steigert aber die Lebensqualität enorm. Es belastet die Leber nur minimal und ist damit auch für Tiere mit mehreren Krankheiten kompatibel. Der Antikörper muss erstmal im Körper anfluten. Deshalb ist es möglich, dass eine zweite oder dritte Injektion nötig ist, bis man eine Verbesserung sieht. Bei uns in der Praxis haben wir bis jetzt aber bereits eine 100 prozentige positive Rückmeldung nach der ersten Injektion.

Natürlich hat das Medikament seinen Preis. Rechnet man allerdings die Kosten auf die Wirkzeit, so ist der Tagespreis durchaus konkurrenzfähig mit anderen Schmerzmittel.

Haben Sie Fragen zu Schmerzen? Dann sprechen Sie uns an, damit wir schnell helfen können.

Immer wieder sind die Diskussionen entfacht, wie man Familie und Beruf vereinbaren kann. Bevor ich Mutter wurde, habe ich da keine Probleme gesehen und empfand Kinder auch oft als nervend und störend. Dementsprechend kann ich jeden Menschen verstehen, der das immer noch so sieht. Vor zwei Jahren hat meine kleine Tochter das Licht der Welt erblickt und hat seitdem mein Leben auf den Kopf gestellt. Alles was ich mir vorgestellt habe, ist ganz anders abgelaufen. So ein kleines Persönchen hat eben ihre eigenen Regeln und Bedürfnisse. Für mich als Selbständige fing es nach der Geburt an. So hatte ich den Konflikt mit mir auszutragen, wie ich mich um meine Tochter kümmern kann aber parallel das eigentlich erste Baby- nämlich die Praxis- nicht vernachlässige. Ein Babyjahr zu Hause war deshalb nicht möglich. Das Baby kam mit in die Praxis und aufgrund wahnsinnig starker Unterstützung von meiner Familie, Freunden und dem Praxisteam konnte ich weiter arbeiten. Die Lage entspannte sich etwas, als meine Tochter in den Kindergarten kam. Aber wenn sie krank ist oder der Kindergarten geschlossen hat, muss sie betreut werden. Angestellte können Kind-krank-Tage nehmen, so etwas gibt es für Selbständige nicht. Das heißt, entweder kommt das Kind mit in die Praxis, wirbelt da durch die Räume oder ich muss die Praxis an diesen Tagen schließen um eine Kinderbetreuung zu gewährleisten. In dem Moment wenn die Praxis schließt, können kranke Tiere nicht behandelt werden und die Besitzer müssen den weiteren Weg in die Klinik auf sich nehmen. Für mich ist das unbefriedigend und wirtschaftlich ebenfalls schwierig, weil natürlich alle Kosten (u.a. Personalkosten) weiterlaufen.

Natürlich empfinden manche Leute es störend, wenn meine Tochter die Untersuchung und Behandlung ihrer Tiere stört. Jeder Besitzer ist in einer emotionalen Stresssituation, wenn sein geliebter Vierbeiner krank ist. Natürlich möchte er die ungeteilte Aufmerksam und eine ruhige Atmosphäre. Das kann ich verstehen. Ich bitte um Verständnis, wenn dies nicht immer möglich ist. Alle im Team geben sich größte Mühe um eine störungsfreie Behandlung zu ermöglichen. Es wird aber immer wieder Situationen geben, in denen meine Tochter dabei ist. Wenn es sie stört, dann sprechen Sie mich gerne darauf an. Ansonsten bitte ich um Verständnis für meine Situation.

Dass für Freigänger ein Mikrochip empfohlen wird, ist den meisten Haltern bekannt. Auf dem Chip ist eine Nummer gespeichert, die bei verschiedenen Haustierregistern (zum Beispiel Tasso) mit den Besitzerdaten (Adresse, Telefonnummer) verknüpft ist. So kann schnell der Besitzer ermittelt werden, wenn das Tier verloren geht. Wie schnell kann mal ein Hund entlaufen? Ein lauter Knall und schon hat sich „Bello“ aus seinem Geschirr geschält und ist über alle Berge. Da aber in Deutschland keine „Straßenhunde“ vorkommen, ist eine Rückführung zu dem Besitzer meistens schnell möglich.

Bei Katzen sieht es da anders aus. Häufig ist die Differenzierung zwischen entlaufener Katze und Streunerkatze nicht so einfach. Da hilft es enorm, dass ein Chip abgelesen werden kann, wenn das Tier aufgegriffen wird. Seit neustem gibt es einen Chip, der neben der Chipnummer auch die Körpertemperatur des Tieres anzeigt. Gerade bei unkooperativen kranken Katzen ist das eine enorme Erleichterung und deutliche Stressreduktion für alle Beteiligten (Katze, Halter und Praxisteam).

So eine Anzeige erleichtert aber auch für den Tierhalter einiges. Oft wird in der Praxis angerufen und ein unsicherer Besitzer weiß nicht, ob das Tier so krank ist, dass es in die Praxis muss oder ob er vielleicht noch zwei oder drei Tage warten kann. Da würde die Körpertemperatur eine Entscheidungshilfe sein. Aber bei diesem Thema sind viele Besitzer hilflos, gerade wenn keine zweite Person zum Festhalten vor Ort ist. Und wo wird überhaupt wie gemessen? Im Po? Wie geht das denn? Da wäre ein einfaches Ablesen natürlich hilfreich.

Die Körpertemperatur kann nur mit Hilfe eines speziellen Lesegeräts erfolgen. Wenn gerade eine kritische Situation mit Hund oder Katze vorhanden ist (Krankheitsphase, nach einer Operation), kann man überlegen ob man sich das Lesegerät gegen Gebühr ausleiht, um zu Hause schnell die Temperatur kontrollieren zu können.

Wenn natürlich ein kleiner Kampftiger zu Hause sitzt, der öfter mal mit Kampfverletzungen nach Hause kommt oder bei dem es eine schwierige Angelegenheit ist, das Tierchen in die Box zu bekommen, würde sich auch der Kauf eines solchen Lesegerätes empfehlen.

Dabei sei noch einmal betont, dass das Ablesen der Körpertemperatur nur möglich ist, wenn der Chip und das Lesegerät das leisten kann. Diese Chips kommen gerade auf dem Markt. Wenn das Tier nun schon gechipt ist und man aber trotzdem den Luxus nutzen möchte, dass kein Fiebermessen mehr nötig ist, muss das Tier erneut gechipt werden.

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Die Milz ist ein Organ, welches für viele Menschen nicht präsent ist. Dabei erfüllt sie wichtige Aufgaben. Sie speichert Blut, ist für die Entsorgung alter Blutkörperchen zuständig und ist ein Abwehrorgan. Sie liegt im ersten Drittel des Bauches und ist auf der linken Seite in Nierennähe zu finden. Die Größe variiert je nach Rasse. Im Röntgenuntersuchung sieht man die Milz häufig als helles Dreieck. Im Ultraschall kann man sie besser beurteilen. Im gesunden Zustand hat sie eine scharfrandige Begrenzung. Das Gewebe (Parenchym) ist homogen und gleichmäßig. Als dunkle „Schlangen“ zeigen sich die Blutgefäße. Aufgrund der Funktion ist eine große Durchblutung und Gefäße vorhanden.

Es können an der Milz verschiedene Veränderungen auftreten. Manchmal geben unklare Bauchschmerzen die Indikation zur Untersuchung, manchmal sucht man nach Metastasen, wenn ein Primärtumor bereits gefunden wurde. Aber auch dramatische Blutungen im Bauch können manchmal in der Milz ihre Ursache haben.

Die Ultraschallbefunde können bei der Milz unterschiedlich sein. Manchmal ist sie bloß vergrößert und hat keine spitzen Ränder sondern eher stumpfe. Manchmal kann man auch Veränderungen im Parenchym ausmachen. Je nachdem findet man einzelne oder mehrere Knoten oder auch diffuse Veränderungen im gesamten Parenchym. Wenn nun eine Veränderung ausgemacht wurde, stellt sich die Frage wie es weiter geht. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise. Zum einen kann man versuchen die veränderte Stelle zu beproben. Damit wird mit einer langen Nadel durch die Bauchwand gestochen, um unter Ultraschallkontrolle aus dem veränderten Bereich ein paar Zellen zu gewinnen. Diese werden dann unter dem Mikroskop untersucht und sollten Aufschluss über die Art der Veränderung geben. Also ob es sich hier um einen Tumor oder etwas anderes handelt.

Da es sich aber nur um lose Zellen handelt, mag die Interpretation manchmal schwierig sein. Hinzukommt, dass es schwierig sein kann, nur millimetergroße Veränderungen mit der Probennadel zu treffen. Alternativ dazu wird die Entfernung der Milz empfohlen. Obwohl die Operation durchaus anspruchsvoll ist, erfolgt hier Diagnostik und Therapie in einem. Weiterhin hat der Pathologe nun das gesamte Organ und kann die Veränderung im Ganzen beurteilen.

Der häufigste Tumor der Milz ist das Hämangiosarkom. Aber natürlich können auch Mastzelltumoren oder Lymphome verschiedener Grade auftreten. Von den bösartigen Tumoren sind Hyperplasien- also eine gutartige Zellvermehrung abzugrenzen. Jeder Tumor hat andere Eigenschaften. Natürlich muss bei Feststellen einer Veränderung nach weiteren Veränderungen, zum Beispiel Leber oder aber auch Herz, gesucht werden. Die Therapie richtet sich dann nach der Tumorart, individuelle Grunderkrankungen, weiterer Veränderungen etc.

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Mit einem Pathologen verbinden viele gleich tote Menschen oder tote Tiere. Aber ohne die Pathologie wären vieles in der heutigen Medizin gar nicht möglich. Natürlich können Krankheitsprozesse am toten Individuum nachvollzogen werden, aber der Pathologe kann mehr.

Wir verschicken fast täglich Proben zur Pathologie. Jede Umfangsvermehrung, also Knubbel, Beulen, Krusten etc., die beprobt wird, wird in die Pathologie gesendet. Dort werden (je nach Umfang der Probe) die Zellen angeschaut und beurteilt. Bei einer Zytologie werden die einzelnen Zellen begutachtet. Aus welchem Gewebe stammen sie? Sind sie heil oder kaputt? Sind Krankheitserreger in der Probe? Sind Entzündungszellen dabei? Oder gar Tumorzellen?

Auch beim nächsten Schritt hilft uns die Pathologie. Sollte bei einer Probe als Ergebnis stehen, dass die Veränderung besser entfernt werden sollte, kommt es zu einer Operation. Der Vorbefund aus der Zytologie (also als die Stelle mit einer kleinen Nadel beprobt wurde) ist dafür schon wichtig. Bei einem nachgewiesen bösartigen Prozess wird viel großzügiger das veränderte Gewebe entfernt, als bei einem gutartigen Befund. Der Schnitt ist also deutlich größer und der Eingriff dauert länger. Das entnommene Gewebe wird erneut zur Pathologie gesendet. Dort wird zum einen die vorherige Diagnose überprüft (gutartig/bösartig). Um welches Gewebe handelt es sich? Gibt es Entartungen, also Tumore? Welcher Herkunft sind diese? Also was für ein Tumor ist es? Aber es werden auch die Probenränder beurteilt. Reicht der Prozess bis an den Rand heran oder gibt es noch eine „Puffer“zone? Sind Gefäßeinbrüche sichtbar? Sind Erreger in der Probe? Für uns in der Praxis sind das wichtige Informationen. Es sind Auskünfte, ob wir alles heraus bekommen haben und wie wir weiter mit dem Patienten umgehen müssen und was wichtig für den Besitzer ist. Müssen wir auf Metastasensuche gehen? Muss das Tier regelmäßig zur Kontrolle in die Praxis? Im Endergebnis sind das Informationen, die auch auf die weitere Lebenserwartung Auswirkungen haben.

Natürlich werden auch tote Tiere in der Pathologie untersucht. Häufig wird bei einem plötzlich verstorbenen Tier der Nachbar verdächtigt, der bestimmt den Hund oder die Katze vergiftet hat. Mindestens genauso häufig ist das aber nicht so. Rupturierte Milztumore können z.B. beim Hund zum plötzlichen Ableben führen, ohne dass eine Vorerkrankung sichtbar ist. Bei Katzen sind als Ursache häufig schwere Infektionskrankheiten (Leukose, Katzenaids etc.)zu finden. Dies ist eine wichtige Information, falls Partnertiere im Haushalt sind und sich anstecken können oder bereits angesteckt sind.

Natürlich werden so auch Misshandlungen und Vernachlässigungen sichtbar. Gerade bei Fällen wo das Veterinäramt bemüht ist ein Tierhaltungsverbot durch zusetzen, sind gut dokumentiere Fälle wichtig, um auch vor Gericht standhalten zu können.

Die pathologische Untersuchung ist gerade bei größeren Beständen eine wichtige Stütze. Gerade bei größeren Hühner-, Kaninchen- oder anderen Geflügelbeständen oder andere Nutztierbestände ist eine frühzeitige Beteiligung der Pathologie wichtig. Wenn es vermehrt zu Todesfällen kommt, sollte frühzeitig ein oder mehrere tote Tiere versendet werden. Ein ausführlicher Vorbericht ist dafür unbedingt notwendig. Welche Tiere sind betroffen? Eher alte Tiere oder die Jungtier? In welchem Alter? Gab es eine Futterumstellung? Gab es Zukäufe? Wurde vorbehandelt? Wenn ja womit und war es erfolgreich? Wurde das Tier eingeschläfert oder ist es alleine gestorben? Wann starb es und wie wurde es bis zum Versenden gelagert? Am besten wäre eine Kühlung. Einfrieren könnte durch die Kristallbildung Schäden begünstigen.

Natürlich kostet eine pathologische Untersuchung Geld. Häufig hilft sie aber die Gesamtsituation einzuschätzen. Haben Sie Fragen dazu? Dann sprechen Sie uns an!

Was ist die GOT? Es handelt sich um eine Abkürzung für Gebührenordnung für Tierärzte. Die GOT ist eine verbindliche Abrechnungstabelle, nach der Tierärzte in Deutschland abrechnen müssen. Es sind in der GOT verschiedene Leistungen aufgelistet und die Tierärzte können zwischen dem einfachen (Minimalsatz) und dem dreifachen Satz wählen.

Die momentan gültige GOT stammt aus dem Jahr 1999. In den vergangen 23 Jahren hat sich in der Tiermedizin aber viel verändert. Die Diagnostikmöglichkeiten sind mehr geworden. Während 1999 hauptsächlich analog geröngt (wenn überhaupt) wurde, ist heute überwiegend die digitale Variante anzutreffen. Auch das Röntgen der einzelnen Zähne gehört zu den Routinediagnostiken. Eine CT- oder MRT-Untersuchung sind längst Standard geworden. Solche und andere Methoden haben aber bisher keine Position in der Gebührenordnung. Damit war eine Überarbeitung längst überfällig. In der neuen GOT sind u.a. diese Verfahren eingeflossen.

Weiterhin haben sich die Kosten für den Praxisbetrieb in 23 Jahren vervielfältigt. Mieten sind angestiegen und die hohen Energiepreise sind momentan in aller Munde. Aber auch gutes Personal zu bekommen und zu halten hängt u.a. vom Lohn ab. Wer sich die Lohnentwicklungen und die Inflation der letzten Jahre ansieht, versteht warum eine Preisanpassung dringend nötig ist.

Natürlich ist es nun für den Tierhalter eine Belastung, wenn die Konsultationskosten steigen. Zumal sie natürlich auch unter der Inflation und den hohen Energiekosten leiden. Damit ist es wichtiger denn je, dass sich vor einer Anschaffung eines felligen Mitbewohners genau überlegt wird, ob man sich das Tier leisten kann. Eventuell lohnt sich nun erst recht eine Tierkrankenversicherung abzuschließen. Die Halter, die nun schon eine Flauschnase haben und Bedenken haben, dass sie die fälligen Rechnungen nicht leisten können, müssen VOR der Behandlung ihr Problem ansprechen, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

Eine Tierarztpraxis ist auch ein Wirtschaftsunternehmen, denn auch Tierarzt und Tierarzthelferinnen müssen von dem Erlös leben. Aber natürlich ist jeder von uns bemüht, das Beste für Ihr Tier zu ermöglichen. Haben Sie Fragen zu dem Thema? Dann sprechen Sie uns an!

Mo:   11-12 Uhr  u.  18-20 Uhr
Di:     16-18 Uhr
Mi:    11-12 Uhr  u.  17-19 Uhr
Fr:     11-12 Uhr
Sa:    10-12 Uhr   ( 1./3. im Monat )

Jeder Tierhalter kennt das. Das Haustier frisst mal wieder nicht. Häufig mag der Hund oder die Katze das Futter nicht. …

Zuhause Gesucht

Wir suchen liebe Menschen, die einem 10 Jahre alten Rottweilerrüden ein neues Zuhause geben möchten. Er ist ein ganz lieber Kerl. Verträglich mit Hunden und Kindern. Er lebt überwiegend draußen, …