Artikel des Monats

Tiere sind in Familien oft willkommen. Zum einen fördern sie die bessere Atmosphäre und steigern das Verantwortungsbewußtsein. Zum anderen gibt es Studien (Quelle: Pos one), in denen beschrieben wird, dass das Allergierisiko bei Kindern gesenkt ist, wenn sich Haustiere im Haushalt befinden.

Haustiere wie Hunde und Katzen haben die Eigenschaft auf Handlungen der Kinder sofort zu reagieren. Damit müssen die Erwachsenen den Kleinen früh erklären, wie ein Umgang zu erfolgen hat und sich der Konsequenzen bewußt sein. Eine Katze, die immer geärgert wird, wird eher zum kratzen neigen, als wenn sie ihren Bedürfnissen entsprechend gepflegt wird.

Auch Hunde haben ihre Verhaltensweisen. Da Kleinkinder aber im Verhältnis zum Erwachsenen eine ungünstige Höhe haben, sind Beißunfälle oft dramatisch. Die häufigsten Beißunfälle passieren in der eigenen Familie oder mit einem Hund aus dem engen Umkreis. Um dies zu vermeiden sind einige Verhaltensregeln sowohl bei den Eltern als auch bei dem Kind nötig.

Die wichtigste Regel ist wohl, dass Hunde und kleine Kinder nicht ohne Aufsicht zusammen spielen. Es muss dem Hund eine Rückzugsmöglichkeit gegeben werden. Eine Decke oder ein Körbchen, bei dem das Tier weiß, dass es auf diesem Fleck ungestört ist und sich zurück ziehen kann. Hier darf das Tier nicht gekuschelt, umarmt oder ihm Spielzeug weggenommen werden.

Wichtig für das gemeinsame Zusammenleben ist das Verständnis, dass Kinder Tiere (noch) nicht erziehen können. Ab einem Alter von ungefähr 8 Jahren kann ein Kind in die Hundeerziehung mit eingebunden werden. Grundsätzlich sollten die Kleinen aber Lernen, dass sie Probleme mit dem Vierbeiner nicht alleine lösen sollen, sondern sich lieber Hilfe von einem Erwachsenen holen müssen.

Grundsätzlich darf ein Hund nicht bedrängt werden. Ein soziales Tier zeigt in seiner Mimik, Verhalten und in seinen Lauten seine Stimmung an. Problematisch ist, dass kleine Kinder diese Zeichen oft nicht sehen oder deuten können. Wenn beim Kopf-weg-drehen oder leicht hochgezogenen Lefzen die Aktion nicht abgebrochen wird, folgt die nächste Eskalationsstufe. Der Hund steht auf und geht. Eine “Verfolgung” des Tieres wird dann zum Knurren oder Schnappen führen. Häufig wird dann der Hund bestraft, obwohl er nur folgerichtig gehandelt hat. Deshalb ist es wichtig sowohl dem Kind als auch dem Hund beizubringen, dass der Hund auf den Menschen zukommt, wenn er Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten oder Spielen möchte. Tut er das nicht, sollte er in Ruhe gelassen werden.

Es hilft auch bei den Spielsachen für Zwei- und Vierbeiner genau hinzuschauen. Ein Hund ist nicht in der Lage bei einem Stofftier zu unterscheiden, ob dieses jetzt “Seins” oder das des Kindes ist. Aus diesem Grund darf keine Durchmischung beider Sachen stattfinden und Hundespielzeug muss für beide Parteien deutlich zu erkennen sein.

Um Verhaltensweisen korrekt zu lernen und zu üben, gibt es eine Vielzahl von Hundeschulen. Diese werden Sie gerne beraten. Weiterhin gibt es bei uns in der Praxis die Broschüre “Der blaue Hund”. Hier sind Erklärungen für Verhaltensweisen sowie Lösungen aufgeführt. Auf der beiliegenden CD-R können spielerisch und gefahrlos Situationen interaktiv geübt werden.

Dieser Artikel soll Sie nicht vor einem neuen Familienmitglied abschrecken- im Gegenteil! Es gibt kaum etwas schöneres, als wenn man nach Hause kommt und an der Tür von einem freudigen Vierbeiner begrüßt wird. Er soll aber Ihr Bewußtsein für bestimmte Verhaltensregeln schärfen, so dass alle Beteiligten streßfrei zusammen leben können!

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an!

Unter einer Discopathie wird eine Erkrankung der Bandscheibe verstanden. Die Bandscheiben sind Knorpelscheiben, die als Puffer zwischen den Wirbeln sitzen. Von Kopf bis Schwanz läuft das Rückenmark, welches durch die Wirbel geschützt wird.

Das Rückenmark hat die wichtige Aufgabe Informationen von Körper zum Gehirn und umgekehrt zu versenden.

Es gibt verschiedene Rassen, die über einen langen Rücken (.z.B. Dackel) verfügen und damit anfällig für Rückenmarkserkrankungen sind. Gerade schwere Tiere mit geringer Muskulatur sind davon betroffen. Weiterhin sind Tiere mit anatomischen Fehlbildungen (Keilwirbel z.B. franz. Bulldogge) besonders gefährdet.

Rückenmarkserkrankungen können an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher Schwere auftreten. Wenn ein Bandscheibenvorfall im Halsbereich vorkommt, können Symptome wie Beschwerden bei der Beweglichkeit des Halses, als auch Reflexausfälle an den Vorder- und Hintergliedmaßen sein. Auch eine einseitige oder beidseitige Lahmheit ist möglich.

Wenn der Defekt weiter hinten lokalisiert ist, sind die Vordergliedmaßen normal, aber die Hintergliedmaßen oder auch nur der Schwanz kann betroffen sein. Sowohl der Urin- als auch der Kotabsatz können gestört sein.

Diagnostisch ist der Verlauf wichtig. Die Ausfälle können progressiv oder plötlich auftreten. Die klinische Untersuchung im Zusammenhang mit dem Vorbericht liefert erste Hinweise. Eine anschließende neurologische Untersuchung kann zur Lokalisation beitragen. Weitere Diagnostik kann eine Röntgenuntersuchung sein. Allerdings sind Bandscheibenvorfälle nicht immer im Röntgen sichtbar. Häufig sind andere Veränderungen (anatomische Missbildungen, Arthrose- und Spondyloseanzeichen) sichtbar.

Wesentlich genauer sind Myelographien. Hier wird Kontrastmittel in den Wirbelkanal verabreicht und über eine Röntgenuntersuchung die “Engstelle” gefunden. Deutlich eleganter sind neuere Untersuchungsverfahren wie die Schnittbilduntersuchungen (CT, MRT). Gerade eine MRT-Untersuchung ist das Mittel der Wahl für eine genaue Diagnostik.

Therapeutisch stehen verschiedene Wege zur Wahl. Bei einem langsamen Prozeß, ohne Kot- und Urinabsatzbeschwerden kann man eine konservative Therapie versuchen. Das Wichtigste ist Physiotherapie zum Muskelaufbau. Damit das Tier die Übungen gut mitmacht, ist eine gute Schmerzmedikation esssentiell. Unterstützend können B-Vitamine verabreicht werden.

Bei starken Ausfällen oder plötzlicher Lähmung sollte eine chirurgische Versorgung in Erwägung gezogen werden. Das kann zu einer schnellen Entlastung des Rückenmarks führen. Schmerzmedikation, Physiotherapie sind dabei genauso essentiell wie bei einer konservativen Therapie.

Prognostisch braucht man für Discopathien viel Zeit. Natürlich kann nach einer erfolgreichen OP schnell eine Verbesserung sichtbar sein. Grundsätzlich benötigt man viel Geduld und tägliche Übungen mit dem Patienten, ehe man beurteilen kann, ob es eine erfolgreiche Therapie ist.

Haben Sie Fragen zu der Erkrankung? Dann sprechen Sie uns an!!!

Im April wird sich unser Team vergrößern- ich erwarte ein Baby. Dies wird mit ein paar Umstellungen verbunden sein. Seit der Schwangerschaft werden meine Helferinnen vermehrt mit Aufgaben betraut, so dass sie u.a. mich bei den Großtierbesuchen begleiten und dort auch einige Arbeiten unter Aufsicht abnehmen. Ebenso darf ich seit der Schwangerschaft nicht röntgen. Auch dies wird von meinem Personal und am Wochenende von meiner Familie und Freunden unter meiner Aufsicht durchgeführt. Das Heben schwerer Hunde ist für mich nicht möglich. Auch hier springt mein Personal mit ein und zusammen mit dem Tierbesitzer bekommen wir Ihren Liebling da hin, wo wir ihn wollen (Röntgentisch, Ultraschalltisch etc.). Es fassen alle mit an, damit der Praxisbetrieb auf gewohnt hohem Niveau weitergeht.

Wahrscheinllich wird die Zeit bis zur Geburt für mich allmählich beschwerlicher werden, so dass vermehrt Pausen nötig sind. Diesbezüglich bitte ich Sie, liebe Tierbesitzer, um Verständnis. Sollte ein Arbeiten für mich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden meinerseits oder wegen Risiken für das Baby nicht möglich sein, wird die Sprechstunde von meiner Mutter mit meinen Helferinnen geführt, so dass wir weiterhin für Sie da sein werden.

Ähnliches ist auch für die Zeit nach der Geburt geplant. Nach der Eingewöhnungszeit werden wir schnell zurück in die Praxis kommen. So wird unser Zuwachs schnell mit dem Praxisalltag betraut. Natürlich wird es dann aufgrund der Versorgung des Babys zu Pausen und Unterbrechungen kommen- aber auch diese werden überschaubar sein, so dass einer Versorgung der Vierbeiner nichts im Wege steht.

Ich freue mich auf die neue Zeit und hoffe, dass Sie sich mit mir freuen 🙂

Gerade bei schönem Wetter zieht es den einen oder anderen raus an die frische Luft und er wird zur sportlichen Betätigung animiert. Häufig wird der Hund dazu mitgenommen. Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen spricht, den Hund neben dem Fahrrad laufen zu lassen, sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Mit einem Fahrrad ist man deutlich schneller, als zu Fuß. Ein Hund hat meistens einen Jagdinstinkt und wird so zum mitlaufen motiviert. Häufig läuft er dann schneller als ihm gut tut. Wichtig ist auch das Alter des Hundes zu berücksichtigen. Junge Hunde sollten in Ihren ersten Monaten behutsam bewegt werden. Natürlich ist es sinnvoll, möglichst früh mit einem Hund das Laufen am Fahrrad zu üben. Es ist dabei schonender für den Hund mehrere kleine „Lektionen“ (zum Beispiel á 5 min) zu üben, als 30 min am Stück zu laufen.

Grundsätzlich ist das Laufen am Fahrrad eine gelenkschonende Bewegung. Der Hund bleibt bei einem gleichförmigen Tempo ohne plötzlich zu Stoppen oder wieder zu Beschleunigen. Allerdings darf man nicht denken, dass man am Fahrrad mal den Hund richtig auspowert. Dem Hund geht es wie uns Menschen beim Joggen. Sicherlich ist man nach der ersten Runde ziemlich fertig. Bei regelmäßigem Sport wird dagegen Kondition aufgebaut. Natürlich braucht der Hund auch Regenerationszeit. Ein Training alle 2 Tage ist vollkommend ausreichend. Bitte denken Sie auch dran, dass Ihr Hund Muskelkater bekommen kann.

Bei einer Tour mit dem Fahrrad sollte das Wetter berücksichtigt werden. Hunde können nicht so wie wir Menschen schwitzen. Sie nutzen zur Thermoregulation die Schweißdrüsen an den Pfoten und das Hecheln. Beides hat begrenzte Kapazität. Deshalb sollte es nicht zu warm sein. Je wärmer es ist, desto kürzer sollte die Strecke sein und es muss ausreichend Wasser in den Pausen gereicht werden.

Zu guter Letzt muss der Untergrund beachtet werden. Was wir für Fahrradfahren als guten Untergrund empfinden – also eine gut geteerte Asphaltstraße- kann für unsere vierbeinigen Freunde schmerzhaft enden. Bei harten Böden nutzt sich die Haut an den Ballen schnell ab. Wird diese zu dünn, wird jeder Tritt schmerzhaft.

Vor und nach jeder Tour müssen die Gliedmaßen kontrolliert werden. Wenn Steine oder Haarballen im Zwischenzehenbereich drücken, ist das für den Hund sehr schmerzhaft. Auch zu lange Krallen können das Laufen behindern. Verletzungen (Ballenhaut, Schnittverletzungen) etc. gehören unverzüglich versorgt und gepflegt.

Es sollte sich von selbst verstehen, dass nur mit einem gesunden Hund Sport getrieben werden kann. Sowohl bei Herzproblemen als auch bei Gelenkserkrankungen oder wenn das Tier unter Schmerzmedikamente steht, sollte man von dieser Art der Bewegung Abstand nehmen.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Dann sprechen Sie uns an!

Covid-19 ist immer noch ein aktuelles Thema und der Bundesrat beschloß die Meldepflicht auch für Haustiere. Hintergrund ist immernoch die Ungewissheit, in wie weit eine Übertragung von Tier auf Mensch oder andersherum möglich ist. Das Virus braucht einen Rezeptor (ähnlich Schlüssel-Schloss-Prinzip). Dieser Rezeptor ist relativ spezifisch für die Tierart. Deshalb ist eine Infektion von Hühnern zum Beispiel nicht möglich. Katzen und Frettchen sind dagegen potentielle „Kandidaten“ für eine Infektion.

Ein Test auf das Coronavirus ist auch für Tiere möglich. Dabei gibt es den direkten Errgernachweis (Nachweis von Virusmaterial) und den indirekten Errgernachweis (Nachweis von Antikörpern). Sollte das Virus bei einem Tier nachgewiesen werden, erfolgt zukünftig eine Meldung an das zuständige Amt.

Erst wenn das Amt den Erregernachweis anweist, werden vom Amt die Kosten dafür übernommen. Alle besorgten oder neugierigen Tierbesitzer müssen den Test selbst bezahlen, wenn sie wissen wollen, ob ihr Tier infiziert ist.

Allerdings scheint es sehr unwahrscheilich zu sein, dass das Tier sich infiziert. In einem Veterinärlabor wurden bislang über 1300 Proben untersucht. Es gab bisher keinen einzigen positiven Befund, d.h. das Virus wurde nicht nachgewiesen.

Haben Sie Fragen zu dem Thema? Dann sprechen Sie uns an!

Weitere Informationen gibt es u.a. hier:

https://www.zdf.de/nachrichten/drehscheibe/drehscheibe-vom-2-juli-2020-100.html

Juni 2020: Rehkitze

Die Zeitperiode vom 01. April bis 15 Juli wird als Brut- und Setzzeit bezeichnet. In dieser Zeit bekommen viele Tiere ihren Nachwuchs. In dieser Zeit gilt für Hunde Leinenpflicht.

Rehe legen ihre Kitze ins hohe Gras. Da die Kitze annährend geruchlos sind, werden sie auch von Hunden nicht wahrgenommen. Werden sie allerdings angefasst oder weggebracht, verlieren sie diese „Neutralität“ und werden von der Mutter nicht mehr angenommen. Die Rehmutter ist nicht konstant bei ihren Jungtieren. Sie würde sonst potentielle Fressfeinde direkt zu ihrem hilflosen Nachwuchs führen. Das hat zur Folge, dass häufig Kitze ohne die Mutter „gefunden“ werden. Aber die „Rettung“ dieser Kitze wird ihnen oft zum Verhängnis, denn die mutterlose Aufzucht ist nicht ganz einfach.

Wenn Sie ein Rehkitz finden und sich nicht sicher sind, ob es Hilfe braucht, fassen Sie es bitte nicht an, sondern informieren den zuständigen Jagdpächter. Dieser ist geschult und kann die Lage besser einschätzen und hat im Falle einer Notlage sogar die Pflicht, sich um das Kitz zu kümmern. Die Polizei hat die Nummern der zuständigen Personen.

Ein größeres Problem stellt die Mahd dar. Wenn das Gras hoch steht, sind Rehkitze nicht zu sehen. Der Wieseninhaber möchte natürlich ernten. Verantwortungsvolle Flächenbesitzer gehen vor der Mahd mit dem hiesigen Jäger die Wiesen ab und suchen nach Kitzen. Mit ein paar Tricks können die Muttertiere dazu gebracht werden, ihre Jungtiere von der Wiese zu führen. Auch eine Kontrolle der Wiese mit Drohnen und Wärmebildkameras kann helfen, Unfälle zu vermeiden.

Denn wenn Gefahr droht, laufen Rehkitze nicht weg, sondern ducken sich noch tiefer ins Gras. Dieses Verhalten wird ihnen oft zum Verhängsnis und nicht selten werden sie vom Mähwerk oder vom Heuwender verletzt. Abgetrennte Gliedmaßen und Kieferbrüche führen zu einem elendigem Zugrundegehen der Tiere. Auch wenn sie noch zum Tierarzt gebracht werden, so ist die chirurgische Versorgung der Wildtiere nicht immer vom Erfolg gekrönt.

Auch für den erfahrenen Hundehalter ist das komisch: Gestern ging es dem Hund gut, alles war unauffällig und heute kann der geliebte Hund nicht mehr aufstehen.

Bei der klinischen Untersuchung fallen blasse Schleimhäute, ein reduziertes Allgemeinbefinden und vielleicht ein angespannter Bauch, der vielleicht Flüssigkeit enthält, auf. Bei der weiteren Diagnostik wird eine Anämie, also zuwenig rote Blutkörperchen, festgestellt. In der Bildgebung sieht man auf dem Röntgenbild entweder keine Bauchorgane. Dies kommt vor, wenn Flüssigkeit im Bauchraum ist. Möglicherweise sieht man aber auch eine Umfangsvermehrung. Der Ultraschall hilft die Umfangsvermehrung näher zu klassifizieren oder die vermutete Flüssigkeit zu bestätigen.

Nachdem die Verdachtsdiagnose gestellt wurde, bleibt die Frage was nun zu tun ist. Natürlich muss zuallerst der Hund kreislauftechnisch stabilisiert werden. Milztumore sind langezeit unerkannt. Die Tumore entstehen aus den Zellen der Blutgefäße und neigen dazu zu reißen. Damit kommt es zu Blutungen in die Bauchhöhle. Aus diesem Grund wird eine Infusion nur kurzfristig dem Hund helfen.

Um den Hund zu retten, bleibt also nur eine Operation. In der OP wird die blutende Milz entfernt. Diese Operation ist durchaus anspruchsvoll und damit auch mit Kosten verbunden.

Ein Milztumor ist meistens bösartig und hat zum Zeitpukt der Diagnose meistens schon gestreut. Mit einer Operation beträgt die mittlere Überlebenszeit ca. 6 Wochen. Viele Besitzer scheuen die Operationen und stellen nicht unberechtigt die Frage, ob es dann nicht besser wäre, den Hund zu euthanasieren und ihm nicht noch die Leiden einer Op und der Reconvaleszenz aufzubürden.

Allerdings ist ein Milzhämatom – also ein Bluterguß oder ein Milzriß – in den Symptomen identisch. Allerdings ist die Prognose komplett anders. Ein Milzhämatom wird mit einer Operation komplett geheilt. Leider kann man ein Milzhämatom nicht von einem Milztumor weder in der Diagnostik noch in der Operation voneinander zu unterscheiden. Erst wenn die entnommene Milz in die Pathologie gesendet wird, kommt die entscheidene Diagnose.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich als Besitzer genau über die Möglichkeiten und Prognosen aufklären lässt, ehe man sich für eine Euthanasie entscheidet.

Dieses Bild zeigt eine massive Blutung mit Ruptur der Milz. Alles sprach für einen Milztumor. Die Besitzer stimmten trotzdem einer Operation zu. Nach der Operation wurde die Diagnose eines Milzhämatoms gestellt. Dem Patient geht es gut.

Nachdem bei einem Tiger in den USA Corona-Viren nachgewiesen wurde, macht sich bei vielen Tierhaltern Verunsicherung breit. Kann man Tiere infizieren? Oder kann man sich von Tieren infizieren?

Dazu sollte man erstmal wissen, dass Coronaviren grundsätzlich nichts Neues sind. Viren kommen überall vor. Coronaviren gehören zu den RNA-Viren und besitzen eine Hülle (besteht aus Fetten), auf der Fortsätze rundherum angeordnet sind. Damit sehen sie unter dem Elektronenmikroskop aus, als ob sie einen Strahlenkranz um sich herum haben. Coronaviren gibt es bei verschiedenen Spezies. In dem Moment, in dem ein Virus mutiert, kann es auch andere Tierarten befallen. Um eine Symptomatik hervorzurufen, muss das Virus in den Körper eindringen. Dazu muss es an Zellen andocken. Das kann man sich als Schlüssel-Schloss-Prinzip vorstellen. Die Zellen haben Rezeptoren (Schloss), an denen das Virus (Schlüssel) andockt. Die Rezeptoren unterscheiden sich nach Tierarten. Deshalb erklärt es sich, warum einige Spezies besonders betroffen sind und andere nicht.

Bei der aktuellen Coronaproblematik konnten Forscher experimentell Katzen und Frettchen infizieren. Diese haben starke Ähnlichkeiten bei den Rezeptoren in den Atemwegen. Um zu erkranken, muss eine gewisse Virusmenge aufgenommen werden. Um andere Individuen anzustecken, muss eine gewisse Menge an Virus abgegeben werden. Es ist noch vollkommen unklar, um welche Mengen es sich handelt. Auch weiß man nicht, ob die Katze ausreichend Virus ausscheidet, um andere Katzen oder andere Säugetiere zu infizieren. Hunde scheinen nicht infizierbar zu sein.

Die Wirtstreue der Coronaviren zeigt ein Beispiel: 80-90 % der Katzenpopulation sind Coronavirus-positiv. Dabei handelt es sich aber NICHT um das aktuell gefürchtete Virus, sondern um eine speziell katzenassoziiertes Variante. Diese verursacht milde Magen-Darm-Symptome und kann bei einer Mutation eine FIP (infektiöse Bauchfellentzündung) auslösen. Diese Erkrankung kann nicht auf den Menschen oder andere Tiere übertragen werden. Wenn man bei anderen Virusfamilien schaut, gibt es weitere Beispiele. So gibt es bei Hunden, Katzen, Pferden, Rinder und auch Menschen Erkrankungen, die durch Herpesviren verursacht werden. Bei jeder Tierart rufen diese Viren andere Erkrankungen hervor (Abort beim Rind, Katzenschnupfenkomplex, Lippenherpes beim Menschen) und wechseln nicht zwischen den Tierarten.

Bei der Frage, inwieweit nun Gefahr von oder für unsere Fellnasen ausgeht, sollte man die allgemeinen Hygienemaßnahmen heranziehen. Bei einem behüllten Virus ist es relativ einfach, die Hülle zu zerstören und damit das Virus zu inaktivieren. Um das zu erreichen, reicht richtiges Händewaschen: Mit Seife die gesamte Hand, Handgelenke, Zwischenfingerbereiche mehrfach einseifen und abspülen. Auch das Eincremen der Hände schützt vor Infektionen, denn die gesunde Haut bildet eine Hautbarriere, die Viren und andere Erreger nicht durchdringen können. Natürlich sollte man auch im Umgang mit seinem Tier die Hygiene nicht vernachlässigen. Vor dem Essen ist das Händewaschen obligat. Ebenfalls sollte man sich nicht durch das Gesicht lecken lassen. Das schützt nicht nur vor Corona sondern auch vor anderen Parasiten.

In einem Haushalt, in dem erkrankten Personen wohnen, muss man nicht Kopf an Köpfchen schmusen. Sollte im besagtem Haushalt die Katze Symptome zeigen, wäre eine Testung (Anweisung Gesundheitsamt und Veterinärmt) möglich. Im Hinblick auf die ohnehin stark gefragten Labore und Tests sollte dies aber nur im Notfall in Erwägung gezogen werden.

Interessante Informationen zum allgemeinen Umgang gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Institut (RKI).

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März 2020: Katzenschnupfen

Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen (Autor unbekannt).

Wenn aber die Augen verklebt und eitrig sind, geht das leider nicht. Gerade in den nassen Jahreszeiten tritt der Katzenschnupfen vermehrt auf. Es ist eine ansteckende Erkrankung der Atemwege und Schleimhäute. Die Erreger sind verschiedene Bakterien und Viren. Grundsätzlich können alle Katzen daran erkranken, jedoch sind junge, alte und immungeschwächte Katzen stärker bedroht. Wenn eine Ansteckung erfolgt ist, dauert es nur wenige Tage bis die ersten Symptome auftreten. Häufig beginnt es mit Augenausfluss, der zuerst wässrig und später eitrig ist. Niesen und Nasenausfluss gesellen sich dazu. Bei schweren Infektionen leiden die Katzen unter Fieber, Lungenentzündungen, Hornhautdefekten oder Geschwüren im Maulbereich. Bei einer chronischen oder schweren Infektion können Spätschäden bleiben, z.B. eine trübe Hornhaut oder eingeschränkte Atmung.

Umso wichtiger ist eine schnelle Behandlung. Die Diagnose kann häufig durch das klinische Bild gestellt werden. Aber auch Abstriche können beim Virusnachweis helfen. Weiterhin kann eine bakteriologische Untersuchung und die Erstellung eines Antibiogramms (welches Antibiotikum wirkt bei dem Errger?) sinnvoll sein.

Prophylaktisch wird die Impfung empfpohlen. Katzenwelpen werden 2 mal im Abstand von 4 Wochen geimpft. Danach erfolgt die regelmäßige Auffrischung des Impfstatus.

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Mit der Veröffentlichung gilt die geänderte Gebührenordnung für Tierärzte. Die Änderungen betreffen v.a. den Notdienst. Hintergrund ist, dass es immer schwieriger wird, den tierärztlichen Notdienst anzubieten. Auch decken die Einnahmen durch den Notdienst nicht die Ausgaben, die die Bereitstellung des Notdienstes nach sich ziehen (z.B. höhere Lohnvergütung von Angestellten am Wochenende etc.). Deshalb wurden einige Änderungen durchgesetzt.

Der tierärztliche Notdienst beginnt jetzt in der Woche ab 18 Uhr und dauert bis 8 Uhr des Folgetages. Das Wochenende beginnt jetzt ab Freitag 18 Uhr. Auch der Feiertag beginnt um Null Uhr und endet um 24 Uhr. Davon ausgenommen sind die regulären Sprechzeiten. Also für unsere Montagabend- und Samstagsprechstunde gilt die Notdienstregelung selbstverständlich nicht.

Im Notdienst wird für jeden Besuch, unabhängig wie schwerwiegend er ist, eine Notdienstgebühr von 50 € erhoben. Im Notdienst muss mindestens der 2fache Gebührensatz abgerechnet werden. Erlaubt ist eine Steigerung bis zum 4fachen Satz.

Das Wegegeld erhöht sich im Notdienst auf 3,50€ je Doppelkilometer. Mindestens muss jedoch 13,00 € erhoben werden.

Notdienstflyer der Bundestierärztekammer

Seid August ist sie für alle, die Hunde haben, ein Begriff: die Norwegische Hundekrankheit. Aber was steckt hinter diesem Begriff? Im Sommer dieses Jahres sind in Norwegen einige Hunde an einem akuten blutigem Durchfallgeschehen erkrankt und auch manche verendet. Obwohl einige Tiere in die Pathologie kamen, konnte man sich diese Erkrankung nicht erklären. Bei einigen Hunden wurden zwei Bakterien gefunden. Diese Bakterien kommen überall in der Umgebung und auch im Darm gesunder Tiere vor. Von einer Ansteckung unter den Tieren wird momentan nicht ausgegangen. Seit einigen Wochen gibt es keine weiteren Meldungen von weiteren Fällen aus Norwegen.

Vor einigen Tagen gab es bei uns in der Praxis drei Todesfälle, die sich im Krankheitsverlauf ähnelten. Allen Tieren ging es sehr plötzlich sehr schlecht. Sie fraßen nicht mehr, hatten wässrigen Durchfall und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Trotz intensiver Behandlungen verstarben die Tiere. In der Kotprobe eines Hundes wurde der gleiche Keim gefunden, von dem in Norwegen berichtet wurde.

Nach Bekanntwerden dieses Umstandes sind viele Hundebsitzer sehr besorgt. Nach wie vor ist nicht von einer Ansteckung unter den Hunden auszugehen. In Norwegen gab es Mehrhundehaushalte, in denen nur ein Hund erkrankte. Die bei uns erkrankten Hunde hatten alle eine Vorerkrankung, die das Immunsystem schwächte.

Normalerweise ist Durchfall eine Reinigungsfunktion des Körpers. Schädliche Keime sollen schnell den Organismus verlassen. Aus diesem Grund stoppt man auch nicht sofort den Durchfall. Häufig ist er selbstlimitierend. Das heißt, dass der Durchfall von alleine aufhört, wenn die schädlichen Stoffe weg sind. Deshalb ist auch die sofortige Gabe eines Antibiotikums nicht sinnvoll. Bei immungeschwächten Tieren empfiehlt sich daher eine bakteriologische Untersuchung des Durchfalls. So können schädliche Keime festgestellt und die Darmflora beurteilt werden. Außerdem wird dabei ein Antibiogramm erstellt. Dieses zeigt auf welche Wirkstoffe die Erreger noch ragieren.

Die Laboruntersuchung dauert einige wenige Tage. Gerade bei geschwächten Tieren oder bei sehr besorgten Besitzern empfiehlt sich eine Untersuchung. Im Zweifel können Sie gerne eine Kotprobe schon mit Ihrem Liebling in die Praxis bringen und wir entscheiden dann gemeinsam, wie es weiter geht.

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Oktober 2019: Der Impfausweis

Eine der häufigsten durchgeführten Tätigkeiten in der tierärztlichen Praxis ist die Impfung. Es gibt verschiedene Meinungen zu der Häufigkeit und Abständen. Dies soll aber nicht Thema des Artikels sein.

Die durchgeführte Impfung wird im Impfausweis dokumentiert. Es gibt zwei Arten zu unterscheiden. Der blaue EU-Ausweis und sämtliche anderen. Für Tiere, die nicht ins Ausland reisen oder nach Deutschland einreisen wollen, ist die Wahl unerheblich. Ansonsten ist der blaue Ausweis Pflicht. Der EU-Ausweis hat eine eigene, individuelle Nummer. Diese steht meistens unten auf den Seiten. Sie beginnt mit der Länderkennung (z.B. DE für Deutschland) und einer jeweils individuellen Nummernkombination. Um einen blauen Ausweis zu erhalten, muss das Tier zweifelsfrei identifizierbar sein. Dies kann über eine Tätowierung (vor 03.07.2011 aufgebracht) oder einen Mikrochip erfolgen.

Im Ausweis selbst sind die Daten des Tierhalters mit Unterschrift, die Daten des Chips (alternativ der Tätowierung), des ausstellenden Tierarztes und des Tieres sowie die Daten der Impfung zu vermerken. Natürlich kann auch ein Ausweis ausgestellt werden, ohne das parallel geimpft wird. Die Impfung kann auch später erfolgen.

Um einen Ausweis ausstellen und abgeben zu dürfen, muss der Tierarzt die Erlaubnis der übergeordneten Behörde erhalten. Diese Erlaubnis kann bei Verstößen gegen die Regeln widerrufen werden.

Eine Blankoabgabe eines Ausweises, also ohne Eintragung der entsprechenden Daten, ist nicht zulässig. In der Konsequenz daraus, ist der Tierarzt verpflichtet, die Identität des Tieres vor Eintragung einer Impfung zu überprüfen (z.B. Chipablesen). Diese Tätigkeit wird nach Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet. Die Etiketten der Impfung und des Chips müssen vor einer Manipulation geschützt werden und sind mit einer selbstklebenden Folie zu laminieren.

Der Impfausweis ist eine Urkunde bzw. Dokument. Wenn dort falsche Daten eingetragen bzw. nicht überprüft werden kann man sich der Urkundenfäschung starfbar machen. Ebenso kann den Tierärzten die Ausstellungserlaubnis entzogen werden.

In der Praxis haben wir ab und zu die Diskussion, dass manche Patientenbesitzer (häufig Züchter und Hobbyzüchter) keinen Namen eingetragen haben möchten. Ebenfalls gibt es vereinzelt Menschen, die nicht einsehen, dass die Identität des Tieres überprüft werden muss. Den gesetzlichen Vorgaben nach, ist es unsere Pflicht, dass Tier zweifelsfrei zu identifizieren und den Ausweis vollständig ausgefüllt abzugeben.

Sollten Sie Fragen zu Impfungen, Ausweisen oder zum Chippen haben, sprechen Sie uns gerne an!

Mo:   11-12 Uhr  u.  18-20 Uhr
Di:     16-18 Uhr
Mi:    11-12 Uhr  u.  17-19 Uhr
Fr:     11-12 Uhr
Sa:    10-12 Uhr   ( 1./3. im Monat )

Tiere sind in Familien oft willkommen. Zum einen fördern sie die bessere Atmosphäre und steigern das Verantwortungsbewußtsein. Zum anderen gibt …

Tiere sind in Familien oft willkommen. Zum einen fördern sie die bessere Atmosphäre und steigern das Verantwortungsbewußtsein. Zum anderen gibt es Studien (Quelle: Pos one), in denen beschrieben wird, dass …